Jeder kennt Kelloggs Cornflakes, aber kaum jemand weiß, dass der puritanische Harvey Kellogg, der Erfinder der Kelloggs Cornflakes ein glühender Vorkämpfer gegen die Masturbation und andere “sexuelle Wollüste” ;-) war.
“Wollust (lateinisch voluptas) ist eine sinnliche, sexuelle Begierde und Lust, die bei sexueller Aktivität, der Befriedigung oder bei sexuellen Phantasien erlebt wird. Wollust schließt das aktive Handeln zur Steigerung der sexuellen Befriedigung ein.
Wollust beschreibt das Kultivieren einer Empfindung, die als
drängend und lustvoll gilt, früher auch als ruchlos und frevelhaft.
Wollust ist nicht nur körperliches Verlangen, sondern setzt auch
erotische Fantasien frei. Hinter der Wollust stehen mit den damit
verbundenen Fantasien starke Triebkräfte und Verlockungen. In diesem
Sinne ist ein Gegenbegriff die Frigidität.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Wollust
.
Wer über Beschneidung redet, darf über Cornflakes nicht schweigen.
Zunächst zu den Cornflakes: Die wurden bekanntlich vom Amerikaner John Harvey Kellogg kreiert.
Auch wenn viele dessen Biografie nicht kennen mögen: Auf seinen Namen
stoßen wir fast täglich frühmorgens, wenn wir uns an den mit Milch
übergossenen oder in Jogurt getränkten knusprigen Maisflocken ergötzen.
Kellogg hat Ende des 19. Jahrhunderts jene Firma gegründet, die uns
heute noch mit einem großen Teil der beliebten Zerealien beliefert.
Das tat er aber nicht, um uns einen Genuss beim Frühstück zu bereiten. Ganz im Gegenteil. Er brachte sein Produkt auf den Markt, um den Leuten einen Lustgewinn zu verwehren. Der 1852 in Michigan geborene Arzt, ein Mitglied der puritanischen Sekte der Siebenten-Tags-Adventisten, war der festen Überzeugung, dass der Verzehr von fetten, scharfen und gewürzten Speisen und Fleisch die Menschen zur Todsünde der Wollust verleite.
Diese in Ausschweifungen auszuleben, verstoße aber nicht nur gegen Gottes Gebote, sondern sei auch die Hauptursache für alle nur möglichen Krankheiten, glaubte Kellogg.
Also erfand er ein speziell fade schmeckendes Lebensmittel, das seiner Ansicht nach garantiert nicht sexuell zu stimulieren vermochte. Anfangs waren die Flocken nicht einmal gezuckert. Das ließ Kellogg erst zu, als der Absatz der Flakes stagnierte.
Nun zur Beschneidung: Kellogg
ist nicht nur als Reformator des Frühstücks in die Geschichte
eingegangen. Der Asket – er selbst soll zeitlebens sexuell enthaltsam
gelebt haben – beschränkte sich keineswegs auf Diätvorschriften.
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In
der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wütete ein obsessiver Kampf
gegen die Masturbation. Diese inzwischen als universelle und harmlose,
wenn nicht sogar gesundheitlich positiv erkannte Aktivität wurde
dämonisiert: Sie führe direkt zu Neurosen und Psychosen, zu
Rückenmarkschwund und allen erdenklichen todbringenden Leiden.
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Kellogg war nun nicht der erste und einzige, wohl
aber der einflussreichste Propagandist der Beschneidung. Die Vorhaut sei
der Quell allen Übels, meinte er. Dieses kleine Hautstück verleite die
Buben dazu, an sich herumzuspielen und so die Möglichkeit zu entdecken,
sich selbst ganz autonom Lust zu verschaffen – eine Betätigung, die der
Adventisten-Doktor als des Teufels ansah. Und so schrieb er: Die
sicherste Methode, kleinen Buben die Selbstbefriedigung auszutreiben,
sei die Beschneidung: „Dabei sollte die Operation ohne Anästhesie
durchgeführt werden, da der kurze Schmerz eine segensreiche Auswirkung
auf den Geisteszustand des Jungen haben kann – speziell, wenn die
Operation mit der Idee der Bestrafung verbunden wird.“
.Auch damit war Kellogg überaus erfolgreich. Außer den Muslimen und Juden, die seit jeher aus religiös-archaischen Gründen die Eichel ihrer männlichen Kinder mittels eines Schnittes freilegten, war 1870 noch kaum ein US-Bürger beschnitten. Die immer verrückter werdende Angst vor dem „Laster“ der Masturbation war nun die größte treibende Kraft hinter der zunehmenden und routinemäßigen Beschneidung von Buben.
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Die hygienischen und
gesundheitlichen „Gründe“ für diese Operation waren zumeist
nachgeschobene Rationalisierungen. Der lustmindernde Effekt der
Beschneidung blieb bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
eines der wichtigsten Argumente für diesen medizinisch unnötigen
Eingriff.
1970 sollen in den USA bis zu
90 Prozent der städtischen Bevölkerung beschnitten gewesen sein – in
anderen protestantischen und angelsächsischen Ländern wie Australien,
England und Kanada war der Prozentsatz ähnlich hoch. Seit damals aber
ist die Entwicklung rückläufig.
Heute sind nur mehr etwa die Hälfte der amerikanischen Männer
beschnitten. Die Ursache dafür ist offensichtlich. Dass Masturbation
gesundheitsschädlich sei, glaubt inzwischen niemand mehr. Und die
sexuelle Liberalisierung hat die Selbstbefriedigung inzwischen
weitgehend rehabilitiert.
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Das ist die skurrile Geschichte der
nichtreligiösen Beschneidung. Und was bringt diese in der nicht enden
wollenden Sommerdebatte über Fluch und Segen der Vorhaut? Zunächst nicht
sehr viel. Alle Argumente – sowohl die guten wie auch die von
Vorurteilen geleiteten – sind bereits gefallen.
Fest steht jedenfalls: Die
Beschneidung hält so wenig die Menschen vom Masturbieren ab, wie die
Cornflakes die geschlechtliche Begehrlichkeit einzudämmen in der Lage
waren. Onaniert wird immer und überall. .
Die Beschneidung mag nun eine Körperverletzung sein. Deren traumatisierende Wirkung scheint jedoch weitgehend überschätzt zu werden. Der wütende Kampf gegen die Sünde der „Selbstbefleckung“ dürfte bisher mehr seelischen Schaden angerichtet haben als die Beschneidung. Diese zu verbieten wäre natürlich gefährlicher Unsinn. Der Wert der Religionsfreiheit muss Vorrang haben. (Anmerkung: bei diesem Absatz widerspreche ich dem Autor, die Körperverletzung steht für mich höher und VOR der Religionsfreiheit. Keine Zugeständnisse hier an Juden und Muslime).
Die Religionen aber, welche sie zu einem wichtigen Teil ihrer Identität erklären, sind auf sich zurückgeworfen. Hygienische und gesundheitliche Argumente ziehen immer weniger. Man muss schon fest daran glauben, dass Gott wirklich will, dass dem männlichen Nachwuchs mit dem Messer zu Leibe gerückt wird.
http://www.profil.at/articles/1231/572/337061/georg-hoffmann-ostenhof-kellogg-s-vorhaut
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Hier noch eine fundamentalistische Tante, die ihren Sohn beschneiden lassen möchte, damit er nicht exzessiv onaniert.
Unfassbar: Mutter möchte Ihren Sohn der Lust berauben!"Lehnen Sie sich zurück, halten Sie sich fest und lassen Sie die folgende Email auf sich wirken. Ich habe Sie aus einem Internetforum herauskopiert. Sie stellt einen unfassbaren Übergriff einer Mutter auf die Sexualität des Sohnes dar. Sie möchte ihn auf Rat einer Ärztin beschneiden lassen um seine Lust auf Masturbation zu behindern. Meiner Meinung nach handelt es sich hier um den strafrechtlichen Tatbestand der vorsätzliche Körperverletzung!"
Diese puritanische Tante meint, dass eine Cirkumzision westentlich dazu beiträgt, dass der knapp 15 Jahre alte Sohn sich nicht bei jedem Anblick einer Frau einen herunterholt bzw. sich mit Absicht dauernd an pornografischen Darstellungen aufgeilt. Siehe folgende Grafik.
http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/nicht-zu-glauben/
Gruß Hubert